Sicherheitsmodell

Genau das, was Aevumex verschlüsselt, wie die Schlüssel funktionieren, welche Daten unser Server sehr wohl sieht, was wir nicht können und wo das Zero-Knowledge-Versprechen endet. Geschrieben zum Nachprüfen, nicht zum Überzeugen.

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2026 · gilt für App-Version 0.1.4 und höher

Dieses Dokument beschreibt ehrlich, was die App mit deinen Daten tut. Es richtet sich an Menschen, die „Zero-Knowledge“ nicht einfach auf unser Wort hin glauben wollen. Wo etwas eine Grenze oder ein offener Punkt ist, steht das dabei.

In einem Absatz

Dein Tresor (jede Münze, jeder Barren, jeder Kaufpreis, Kaufbeleg und jede Notiz) wird auf deinem Gerät mit einem Schlüssel verschlüsselt, der nur auf deinem Gerät existiert und aus deiner Wiederherstellungsphrase abgeleitet ist. Unser Server speichert davon ausschließlich verschlüsselte Blöcke und kann sie nicht lesen. Was der Server sehr wohl im Klartext sieht: deine E-Mail-Adresse, die Anzahl der Positionen in deinem Tresor, deine Preisalarme und alles, was du auf dem Marktplatz einstellst oder in einem Chat schreibst. Es gibt kein Tracking, kein Werbenetzwerk und keine Absturzberichte. Es gibt auch noch kein unabhängiges Audit.

Was verschlüsselt ist

  • Jede Position im Tresor als ein Block: Metall, Gewicht und Feingehalt, Stückzahl, Kaufpreis, -datum und -uhrzeit, Notizen, Seriennummern, Aufbewahrungsort, Verkaufsdaten und die Liste der Kaufbelege. Von einer Position sieht der Server nur den verschlüsselten Block, eine Versionsnummer und Zeitstempel.
  • Kaufbelege (Fotos) werden als separat verschlüsselte Dateien gespeichert, lokal und, wenn du angemeldet bist, in einem privaten Speicher auf dem Server. Nie als lesbares Foto.
  • Der lokale Cache auf deinem Gerät (Preise, Einstellungen, der zuletzt geladene Tresor) liegt in einer verschlüsselten Datenbank, deren Schlüssel im Schlüsselbund beziehungsweise Keystore des Betriebssystems liegt.

Wie die Schlüssel funktionieren

  1. Beim Anlegen deines Tresors erzeugt die App eine Wiederherstellungsphrase aus 12 Wörtern (BIP39, 128 Bit Zufall). Die Phrase wird nirgends gespeichert; nur du hast sie.
  2. Aus der Phrase wird nach dem BIP39-Standard (PBKDF2) ein Seed berechnet und daraus mit HKDF-SHA256 der Hauptschlüssel mit 256 Bit. Dieselbe Phrase ergibt immer denselben Schlüssel, deshalb stellt die Phrase allein auf einem neuen Gerät alles wieder her.
  3. Der Hauptschlüssel liegt auf deinem Gerät im iOS-Schlüsselbund oder Android-Keystore, markiert als „nur dieses Gerät“ (er wandert nicht in Backups) und wird, wenn du Biometrie einschaltest, nur nach Face ID, Touch ID oder einem Fingerabdruck freigegeben. Auf Android zählt nur die stärkste Biometrie-Klasse; schwächere Gesichtserkennung wird abgelehnt statt stillschweigend herabgestuft.
  4. Deine PIN (6 bis 8 Ziffern) entsperrt nur die App. Sie wird mit Argon2id gehasht und ist kein Teil der Verschlüsselung: Wer in den Server einbricht, hat von der PIN nichts, und wer die PIN errät, hat den Schlüssel noch nicht.
  5. Jede Position wird mit AES-256-GCM verschlüsselt, mit einer einmaligen Nonce und mit der Positions-ID und deiner Konto-ID als zusätzlich authentifizierten Daten. Ein Block aus einem Konto lässt sich nicht unter ein anderes Konto oder eine andere Position schieben, ohne dass die Entschlüsselung fehlschlägt.
  6. Der Schlüssel verlässt dein Gerät nie. Die App hat keine Funktion, um ihn an uns zu senden, und der Server hat keine Tabelle, um ihn aufzubewahren.

Was der Server sehr wohl sieht

Zero-Knowledge gilt für den Tresor. Andere Funktionen funktionieren nur, wenn der Server etwas weiß. Das ist die vollständige Liste.

AngabeFür uns sichtbarWarum
E-Mail-Adresse, Anmeldezeitpunkte, ob du dich mit Apple oder Google anmeldestJaKonto und Anmeldung
Anzahl der Positionen im Tresor, wann sie angelegt oder geändert wurden, Größe jedes verschlüsselten BlocksJa (nur Metadaten)Synchronisation und das Limit von fünf Positionen in der kostenlosen Version
Inhalt der Positionen und KaufbelegeNeinAuf dem Gerät verschlüsselt
Preisalarme: Metall, Schwellenpreis, RichtungJa, im KlartextDer Server prüft jede Minute, ob eine Schwelle erreicht wurde, und sendet die Push-Mitteilung. Ein Portfolio-Alarm (etwa „warne mich bei 10.000 €“) wird auf deinem Gerät in einen einzigen Schwellenpreis umgerechnet; der Server sieht diesen Preis und das Metall, nicht deinen Bestand
Marktplatz: Anzeigen, Gebote, Chatnachrichten, Bewertungen, Meldungen, Blockierungen, gespeicherte SuchenJa, im KlartextBewusst: Melden und Blockieren, Moderation und Pflichten gegenüber den App-Stores funktionieren nicht auf verschlüsselten Inhalten. Schreib nie etwas in eine Anzeige oder einen Chat, das du uns nicht erzählen würdest
Push-Token deines Geräts und die Sprache der AppJaMitteilungen in deiner Sprache versenden
Abo-Status (Pro oder nicht), Transaktions-ID von Apple oder GoogleJa, über RevenueCatPro-Funktionen freischalten. Zahlungsdaten sehen wir nicht
Titel einer Anzeige, für die du eine KI-Illustration anforderstJa, weitergeleitet an Google GeminiNur auf dem Marktplatz; Positionen im Tresor bekommen nie ein servergeneriertes Bild
Nutzungsstatistiken, Gerätekennungen, Absturzberichte, Werbe-IDsNeinDie App enthält kein Analyse-, Werbe- oder Crash-Reporting-SDK

Preise, Historie und Nachrichten holt die App aus denselben öffentlichen Tabellen, die auch diese Website nutzt; diese Anfragen enthalten keine Daten über deinen Bestand.

Was wir nicht können

  • Deinen Tresor lesen, auch nicht auf deinen Wunsch, den eines Erben oder einer Behörde. Wir können nur verschlüsselte Blöcke herausgeben.
  • Deine Wiederherstellungsphrase wiederherstellen oder deine PIN zurücksetzen. Phrase weg und Gerät weg heißt: Tresor weg. Deshalb bittet dich die App, die Phrase aufzuschreiben, bevor etwas im Tresor liegt.
  • Eine Position wiederherstellen, die du gelöscht hast, nachdem die Löschung synchronisiert wurde.

Wo das Versprechen endet

Das sind die Grenzen, die du kennen musst, um das Versprechen einzuordnen.

  • Du vertraust dem App-Code. Die App entschlüsselt deinen Tresor auf deinem Gerät, also könnte auch Code, den wir ausliefern, das missbrauchen. Das gilt für jede App mit Verschlüsselung auf dem Gerät. Was wir dagegen tun: Dein Tresor wird ausschließlich auf deinem eigenen Gerät entschlüsselt und der Schlüssel verlässt das Gerät nie, also könnte auch ein bösartiges Update nichts von unseren Servern holen. Was fehlt: signierte Over-the-Air-Updates sowie reproduzierbare Builds, mit denen du selbst nachprüfen könntest, dass die Binärdatei dem Quellcode entspricht. Auf iOS ist das praktisch nicht machbar. Auf iOS ist das praktisch nicht machbar.
  • Metadaten verraten etwas. Aus der Anzahl der Positionen und den Schwellen der Preisalarme könnte jemand mit Datenbankzugriff ableiten, dass du Edelmetall besitzt und ungefähr welches Metall am schwersten wiegt. Nicht wie viel, nicht welche Münzen.
  • Dein Gerät ist die Grenze. Ein entsperrtes Gerät in falschen Händen, eine Bildschirmaufnahme, Schadsoftware auf einem Gerät mit Jailbreak oder Root, oder jemand, der dir die Wiederherstellungsphrase über die Schulter abliest: Dagegen schützt Verschlüsselung nicht. Die App sperrt sich automatisch nach der von dir gewählten Zeit und blendet Beträge auf Wunsch aus.
  • Kein unabhängiges Audit. Die Schlüssellogik ist isoliert und vollständig getestet, aber noch nicht von einer externen Stelle geprüft. Wir nennen die App deshalb nirgends „auditiert“ oder „verifiziert“. Sobald das geschieht, steht der Bericht auf dieser Seite.
  • Standardbausteine, keine eigene Kryptografie. AES-GCM, HKDF, Argon2 und BIP39 stammen aus den Bibliotheken noble und scure, die selbst auditiert wurden. Wir haben keine eigenen Algorithmen erfunden.

Server und Infrastruktur

Das Backend läuft auf Supabase (PostgreSQL, Region EU-West, Irland) mit Zeilenrechten (Row-Level Security): Jede Tabelle hat Regeln, die durchsetzen, dass ein Konto nur seine eigenen Zeilen lesen und schreiben kann, und Limits wie „fünf Positionen kostenlos“ werden in der Datenbank durchgesetzt, nicht nur in der App. Die Preise kommen von metals.dev; der API-Schlüssel dafür liegt nur auf dem Server. Diese Website liest Preise mit einem öffentlichen, rein lesenden Schlüssel und setzt keine Cookies.

Eine Schwachstelle melden

Etwas gefunden, das oben nicht stimmt, oder ein Leck? Schreib an support@aevumex.com (auch in der security.txt hinterlegt). Wir bestätigen innerhalb von fünf Werktagen, halten dich auf dem Laufenden und gehen nicht rechtlich gegen jemanden vor, der in gutem Glauben meldet, keine Daten anderer einsieht und uns Zeit zur Behebung gibt. Ein Prämienprogramm gibt es noch nicht.

Änderungen an diesem Dokument

  • 19. September 2026: erste Version. security.txt veröffentlicht.
  • 21. September 2026: Die Aussage zu signierten Over-the-Air-Updates wurde zurückgezogen. Die Maßnahme war eingerichtet, wurde aber in keiner ausgelieferten App aktiv: Kein Update wurde signiert und keine installierte Version prüft Signaturen. Was hier stand, stimmte nicht und wurde entfernt.